Exkursionen

Kilimanjaro 2012

Kilimanjaro - das Dach Afrikas - welch eine Herausforderung

Das die Besteigung des Kilimanjaros kein Kinderspiel werden wird war klar, aber so schwer und anstrengend hat es sich wohl keiner unserer 9-köpfigen Trekkinggruppe vorgestellt.
Die riesige, allein stehende Erhebung des Mt. Kilimanjaro ist zu einem Anziehungspunkt für viele Menschen aller Kontinente geworden.

Schnell stellten wir fest, wir sind nicht die Einzigen, die den siebentägigen Kampf - ein Kampf mit Steigung, Regen, Nebel, Kälte, entwurzelten Bäumen und gegen den inneren Schweinehund - aufnahmen.
Eine Kilimanjaro-Besteigung ist keine Wanderung zur Almhütte mit Bierausschank und Würstelbude, aber sie bedeutet auch Schönheit, unvergleichliche, einmalige, atemberaubende Erlebnisse. Staunenden Auges durchwanderten wir die verschiedenen Vegetationsstufen: den unvergleichlichen, gespenstischen, uralten Regenwald, die kühl und abweisend wirkende Heide- und Moorlandzone, die kahle Mondlandschaft der Steinwüste und die Extremregion der Gipfelzone. Jeden Tag gingen wir 6 bis 7 Stunden. Geschlafen wurde in Zelten, auch bei nächtlichen Minusgraden. Drei Liter lauwarmes Wasser zum Waschen inkl. Zähneputzen pro Tag mussten reichen.
Aber alle Entbehrungen waren fast vergessen, als wir am 12. Februar 2012 früh morgens pünktlich zum Sonnenaufgang auf Gipfelhöhe 5895m, dem Uhuru Peak standen.
Ein unvergesslicher Augenblick. Der Abstieg war nicht weniger anstrengend.

Aber nach fast 4000 Höhenmeter bergab war die Dusche, die noch nie so herbeigesehnt wurde, eine ersehnte und erfrischende Wohltat. Die nächtlichen Lichter der benachbarten Stadt Moshi, die sich im Nebel verwandelnden Gespensterbäume, die endlosen Weiten, die majestätischen Gletscher des Gipfels - diese Eindrücke sind es, die bleiben und die einen wieder zum Kilimanjaro zurückholen, und sei es auch nur in Gedanken. Diese Eindrücke hinterlassen unauslöschliche Erinnerungsspuren im Gedächtnis. Bereits nach der ersten Reise auf diesen bezaubernden Kontinent ist man mit dem "Afrika-Virus" infiziert.
Ob man nach der Besteigung des Kilimanjaro weiser ist, bleibt fraglich. In jedem Fall wird man leiser, geht alltägliche Dinge ruhiger und überlegter an. Und oft ertappe ich mich, wenn es mal wieder hektisch wird, wie ich zu mir in Gedanken sage: Pole Pole - langsam, langsam. Dieses Wort hörten wir von den tansanischen Bergführern und Begleitern so oft.
Denn die Schnellen und Übermütigen schaffen es in der Regel nicht bis nach ganz oben zum Uhuru Peak.

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