Endlich wieder Instant Acts!

Sehnsüchtig erwartet und schmerzlich vermisst...dabei waren sie nur im letzten Jahr nicht an unserer Schule zu Gast, die Künstler des Projekts "Instant Acts gegen Gewalt und Rassismus", von dem ich sozusagen Fan der ersten Stunde bin. Und das schreibe ich nicht nur, weil ich drei Jahrbuchseiten mit anderen Dingen füllen musste. Zu berichten gibt es eigentlich immer etwas. Aber wenn die jungen Musiker, Akrobaten und Tänzer aus elf Ländern bei uns zu Gast sind, dann ist das schon etwas ganz Besonderes. In diesem Jahr gab es zehn Workshops: Jonglieren, Parkour, Breakdance, Zirkusgymnastik, Körpertheater, Theater, Singen, Beatbox, Rap und Trommeln. Die Künstler zeigen zu Beginn des Nachmittags, was man bei ihnen erlernen kann. Danach wählen sich die Schüler in die Workshops ein und üben ungefähr anderthalb Stunden lang für die große Präsentation aller Gruppen in der Turnhalle. Zugegeben – es hörte sich schon teilweise etwas merkwürdig an, was da an Geräuschen durch die geschlossenen Türen bis auf den Flur drang. So lagen auch einige lärmintensive Kurse direkt nebeneinander, so dass sich deren Sound draußen ganz neu miteinander vermischte. Doch egal welchen Raum ich leise betrat, um möglichst ungestellte Fotos zu bekommen, bot sich mir immer das gleiche Bild: strahlende Gesichter, beneidenswerte Bewegungen und sichtbarer Spaß beim Einsatz aller möglichen Kommunikationsformen...und natürlich auch beim Üben selbst. Niemand beklagte sich an diesem heißen Spätsommertag über die ungewöhnliche Hitze. Die Sonne hatte wahrscheinlich den Zettel der Künstler, auf dem sie darum baten, die Räume möglichst vorzuheizen, entdeckt und war bestrebt, ihr Möglichstes dafür zu tun.

Um 16 Uhr hieß es dann für alle ab in die Turnhalle zur Vorführung (neudeutsch auch performance). Aufgeregt schnatternde Schüler aller Altersgruppen saßen zwischen denen, die besonders cool rüberkommen wollten, aber mit Sicherheit auch Lampenfieber hatten. Endlich konnte es los gehen! Nacheinander zeigten die Teilnehmer der Workshops ihre ganz neuen, soeben erlernten Fähigkeiten. Der Mut und das Können wurden dabei immer wieder honoriert. Wenn jemand stecken blieb, dann wurde er oder sie mit einem kleinen Applaus ermutigt, es noch einmal zu versuchen. Für besonders gelungene Leistung gab es anerkennende Rufe und spontanes Klatschen. Es war auch erfrischend zu sehen, wie sich beispielsweise einige Teilnehmerinnen beim Körpertheater vor Lachen kringelten, weil ihr Workshopleiter ein unglaublich witziger Typ war.
Dieser Nachmittag wird mir und allen, die dabei waren, sicher noch lange in guter Erinnerung bleiben. Die Gründe dafür sind jedoch unterschiedlich. Die Schüler hatten jede Menge Spaß und konnten tolle Erfahrungen sammeln. Und ich? Ich bin immer noch verzaubert von der warmherzigen Atmosphäre und vom fairen Umgang der Schüler miteinander. Hoffentlich können wir ein bisschen davon in den Alltag retten.
Denn sehr sehr viele unserer Schüler sind auch etwas Besonderes – und das meine ich nur positiv!