Wenn früh am Morgen die Werksirene dröhnt ...,

dann gehen unsere ehemaligen Schüler hoffentlich beschwingt und voller Vorfreude an die Arbeit. Und unser Berufsorientierungsteam könnte sich erst einmal entspannt zurücklehnen. Zumindest theoretisch. Denn da stehen ja schon die nächsten zukünftigen Berufsanfänger auf der Matte und wollen beraten, geprüft, angeleitet und nicht zuletzt umworben werden.
Nachdem die Berufsorientierungstage (kurz BOT) im Regionalschulzweig für die 7. bis 10. Klassen in der Woche vom 05.11. bis 08.11. erfolgreich über die Bühne gegangen sind, möchte ich Ihnen heute einmal kurz darstellen, was in diesem Bereich für unsere Schüler getan wird. Grundlagen werden bereits in den 6. Klassen gelegt. In Gesprächsrunden stellen Eltern interessierten Kindern ihren Beruf vor, wobei stets auch ein kleiner praktischer Teil zur Veranschaulichung beiträgt. So hatten wir in den vergangenen Jahren beispielsweise die Bundeswehr, Köche, Richter, Polizisten, Buchbinder, Restaurantfachfrauen oder zahnmedizinische Fachangestellte zu Gast, und viele von ihnen verließen die Schule mit Löchern im Bauch von den vielen Fragen. Weiter geht es in der 7. Klasse mit der Berufsfelderkundung. In diesem Schuljahr konnten die Schüler im September dazu im Erdbeerhof Erfahrungen in den verschiedenen Bereichen sammeln. Es folgte die Potenzialanalyse im Bildungszentrum Ribnitz. Dort mussten an zwei Tagen 12 Stationen durchlaufen werden (u.a. ging es um Teamfähigkeit, Fingerfertigkeit, logisches Denken). Zum Abschluss erhalten die Schüler ein Zertifikat, welches zum einen Auskunft gibt über die vermittelten Fertigkeiten, die durchgeführten Arbeiten in den gewählten Berufsfeldern. Des weiteren erhalten die Schüler einen Überblick über ihre Stärken. Diese Unterlagen unterstützen die Berufsfindung. Sie finden Eingang in den so genannten Berufswahlpass, der bis zur 10. Klasse geführt wird und in dem sowohl sämtliche Erfahrungen dokumentiert werden als auch Lebenslauf und Bewerbungsschreiben enthalten sind.
Die 8. Klasse knüpft dort an und ermittelt mit den Klassenleitern und Schulsozialarbeitern Stärken und Schwächen. Mit diesem Vorwissen und dem Zertifikat der Potenzialanalyse fahren die Schüler dann zum BIZ im Arbeitsamt Rostock, wo sie mit speziellen Computerprogrammen nach den Berufsfeldern gesucht haben, die ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechen. In einem zweiwöchigen Praktikum am Schuljahresende können sie sich dann über einen längeren Zeitraum hinweg so richtig austesten. In der 9. Klasse liegt der Schwerpunkt der Berufsorientierung. Nach sechs Einführungswochen jeweils zu Beginn des ersten und zweiten Halbjahres geht es jeden Mittwoch in die Betriebe. Zum Halbjahr wird gewechselt. Hier können die Schüler wirklich ganz intensiv Erfahrungen sammeln und auch hinter die Kulissen schauen. Dieser so genannte Praxislerntag (PLT) fordert viel von den Jugendlichen. Zum einen ist da der ganz normale lange Arbeitstag. Zum anderen sind da die auf andere Nachmittage verteilten fehlenden Unterrichtsstunden. Wenn es mit einem Betrieb wirklich nicht funktioniert, können kurzfristig selbstverständlich individuelle Lösungen gefunden werden. Aber die meisten Schüler stellen sich den Herausforderungen und geben am Ende der 9. Klasse ein positives Feedback. In die Berufsorientierungstage sind die Jugendlichen natürlich auch involviert. An einem Tag machen sie Einstellungstests mit der AOK. Außerdem können sie im Rahmen dieses Projekts diverse Firmen kennen lernen, die dankenswerterweise in unsere Schule kommen und sich vorstellen. Die Schüler wählen sich bei Firmen wie beispielsweise Liebherr, der Bundeswehr, Yara, beim Residenzhotel oder dem Rehazentrum Graal- Müritz ein und müssen dazu verschiedene Aufgaben lösen und konkrete Informationen erfragen.

Wer jetzt denkt, dass es in der 10. Klasse nichts mehr zu tun gibt, der irrt. Anlässlich der Berufsorientierungstage wird das richtige Bewerben nochmals trainiert und das Erstellen der entsprechenden Unterlagen gefestigt. In einem Projekt steht das Leben nach der Schule unter dem Motto "Meine erste Bude" im Vordergrund. An einem weiteren Tag lassen sich Unternehmen wie die Marine, Grönfingers oder das Teambaucenter über die Schulter blicken. Ein weiteres einwöchiges Praktikum sollte die letzten Zweifel dann auch wirklich ausräumen.

In jedem Jahr versuchen wir, über unsere Schulhomepage ehemalige Schüler zu gewinnen, die über die ersten Erfahrungen in ihrer Ausbildung aktuell berichten. Leider stößt dieser Aufruf oft nur auf wenig Resonanz. Dabei könnten gerade sie die BOT bereichern, wie Chris (Heizungs- und Sanitärinstallateur, 3. Lehrjahr) und Dennis (Tischler, 1. Ausbildungsjahr) in diesem Jahr bewiesen. Nach anfänglichen Hemmungen auf Seiten der Schüler verstanden die beiden es super, unsere Jugendlichen mit einzubeziehen, und so entwickelten sich interessante Gespräche, die für alle Beteiligten nützlich und lehrreich waren. Für unser Engagement im Bereich der Berufs- und Studienorientierung sind wir im vergangenen Schuljahr mit dem Berufswahlsiegel ausgezeichnet worden. An dieser Stelle soll im Namen der Organisatoren der Dank an alle gehen, die uns bei diesen vielfältigen Veranstaltungen unterstützen und unseren Schülern immer wieder die Chance geben, sich zu beweisen.